Beiträge aus August, 2008
Abschied vom Durchschnitt. Nedstats neue ‘Live Interactive Segmentation’.
Nedstat gehört seit Jahren zu den bekanntesten Anbietern im Bereich Web Analytics. Die Premium-Lösung ‘Sitestat’ hat in den letzten Jahren einige Überarbeitungen und Erweiterungen erfahren und kann inzwischen unzweifelhaft zu den besten verfügbaren in Deutschland gezählt werden.
In den letzten Monaten widmeten sich die rührigen Leute von Nedstat mit grossem Enagement vor allem Themen wie ‘Mobile Analytics’ (s. Fallstudie bei mobile.bild.de) und den Analysen von Multimedia-Streams.
Eine Schwäche aber blieb: Die Unterteilung der Besucher in verschiedene Gruppen - gewöhnlich ‘Segmentierung’ genannt - blieb ein umständlicher Prozess. Entsprechende Variablen mussten zunächst in den Code eingebaut werden, erst dann - wenn alles richtig konfiguriert war - konnten Besuchergruppen unterschieden werden.
Eine reibungslose, schnelle Segmentierung der Besucher, ohne Umstände, leicht verständlich und intuitiv verstehbar ist allerdings ein Muss für die professionelle Nutzung von Web Analytics. Wie Michael Wexler, VP of Marketing Insight bei Yaoo!, in einem sehr lesenswerten Text in seinem Blog ausführlich darstellt, beginnt die Analyse nicht mit ‘was machen die Nutzer auf der Site’ sondern mit ‘wer besucht meine Site (und macht dann was)’: ‘More who, less do’. Dieser Aspekt der Analyse kommt bei sehr vielen Anwendern und auch den Tool-Anbietern erst spät oder gar nicht in den Blick. Die Standard-Auswertungen, Dashboards, Startseiten, Reports etc. etc. strotzen vor aufsummierten Auswertungen über alle möglichen Seitenaufrufe und Bewegungen auf der Site. Aber schon bei den kleinsten Online-Angeboten gibt es starke Unterschiede in der Motivation der Besucher die Seite zu besuchen. Und lange nicht alle liegen im Fokus des Geschäftsinteresses. Selbst nach der Unterscheidung in interessantere und weniger interessante Besuchergruppen, führt der Ansatz, einfach alle in einen Topf zu werfen, zu Fehlannahmen und schrägen Ansätzen bei der Optimierung.
Beispiel? Die Absprungrate einer Startseite mag bei 40 oder 50 Prozent liegen und es ist oft ein erster Versuch der Optimierung, diese Absprungrate zu vermindern. Schliesslich wurde in Adwords, Suchmaschinenoptimierung, Partnerschaften usw. Geld und Mühe investiert - jetzt sollen die Besucher auch länger bleiben! Aber was, wenn ein wesentlicher Teil der Abspringer über irgendein zufälliges, eigentlich für die Inhalt der Site irrelevantes Listing einer Suchmaschine, in einem Blog oder Forum kommt? Eine Veränderung der Seite für den Mittelwert könnte die Inhalte für wertvolle Besucher weniger attraktiv machen, ohne die eigentlich irrtümlich Vorbeischauenden besser anzusprechen. - Ergebnis: Die Seite wird schechter statt besser.
Aber zurück zu Nedstat. Die haben letzte Woche endlich ihr neues Feature zur Segmentierung der Website-Besucher vorgestellt (Link zur Pressemitteilung). Nedstat hat sich reichlich Zeit gelassen mit dieser Erweiterung, aber die ‘Live Interactive Segmentation’ kann sich wirklich sehen lassen. In einer Online-Präsentation hatte ich letzten Freitag die Ehre, das Tool von Michael Kinsbergen und Michiel Berger (CEO bzw. CIO von Nedstat) vorgeführt zu bekommen. In einigen Punkten möchte ich die Eindrücke zusammenfassen:
Insgesamt bietet Nedstat seinen Kunden - allen sofort und ohne zusätzliche Kosten - mit dem neuen Segmentierungstool ein mächtiges Werkzeug, um den eigenen Traffic besser zu verstehen und auf interessante Zielgruppen hin zu optimieren. Herzlichen Glückwunsch.
In den letzten Monaten widmeten sich die rührigen Leute von Nedstat mit grossem Enagement vor allem Themen wie ‘Mobile Analytics’ (s. Fallstudie bei mobile.bild.de) und den Analysen von Multimedia-Streams.
Eine Schwäche aber blieb: Die Unterteilung der Besucher in verschiedene Gruppen - gewöhnlich ‘Segmentierung’ genannt - blieb ein umständlicher Prozess. Entsprechende Variablen mussten zunächst in den Code eingebaut werden, erst dann - wenn alles richtig konfiguriert war - konnten Besuchergruppen unterschieden werden.
Eine reibungslose, schnelle Segmentierung der Besucher, ohne Umstände, leicht verständlich und intuitiv verstehbar ist allerdings ein Muss für die professionelle Nutzung von Web Analytics. Wie Michael Wexler, VP of Marketing Insight bei Yaoo!, in einem sehr lesenswerten Text in seinem Blog ausführlich darstellt, beginnt die Analyse nicht mit ‘was machen die Nutzer auf der Site’ sondern mit ‘wer besucht meine Site (und macht dann was)’: ‘More who, less do’. Dieser Aspekt der Analyse kommt bei sehr vielen Anwendern und auch den Tool-Anbietern erst spät oder gar nicht in den Blick. Die Standard-Auswertungen, Dashboards, Startseiten, Reports etc. etc. strotzen vor aufsummierten Auswertungen über alle möglichen Seitenaufrufe und Bewegungen auf der Site. Aber schon bei den kleinsten Online-Angeboten gibt es starke Unterschiede in der Motivation der Besucher die Seite zu besuchen. Und lange nicht alle liegen im Fokus des Geschäftsinteresses. Selbst nach der Unterscheidung in interessantere und weniger interessante Besuchergruppen, führt der Ansatz, einfach alle in einen Topf zu werfen, zu Fehlannahmen und schrägen Ansätzen bei der Optimierung.
Beispiel? Die Absprungrate einer Startseite mag bei 40 oder 50 Prozent liegen und es ist oft ein erster Versuch der Optimierung, diese Absprungrate zu vermindern. Schliesslich wurde in Adwords, Suchmaschinenoptimierung, Partnerschaften usw. Geld und Mühe investiert - jetzt sollen die Besucher auch länger bleiben! Aber was, wenn ein wesentlicher Teil der Abspringer über irgendein zufälliges, eigentlich für die Inhalt der Site irrelevantes Listing einer Suchmaschine, in einem Blog oder Forum kommt? Eine Veränderung der Seite für den Mittelwert könnte die Inhalte für wertvolle Besucher weniger attraktiv machen, ohne die eigentlich irrtümlich Vorbeischauenden besser anzusprechen. - Ergebnis: Die Seite wird schechter statt besser.
Aber zurück zu Nedstat. Die haben letzte Woche endlich ihr neues Feature zur Segmentierung der Website-Besucher vorgestellt (Link zur Pressemitteilung). Nedstat hat sich reichlich Zeit gelassen mit dieser Erweiterung, aber die ‘Live Interactive Segmentation’ kann sich wirklich sehen lassen. In einer Online-Präsentation hatte ich letzten Freitag die Ehre, das Tool von Michael Kinsbergen und Michiel Berger (CEO bzw. CIO von Nedstat) vorgeführt zu bekommen. In einigen Punkten möchte ich die Eindrücke zusammenfassen:
- Direkte Integration in die normale Arbeitsoberfläche:
Nedstat ist nicht den Weg von etwa Omniture oder Webtrends mit einer zusätzlichen Applikation zur Segmentierung gegangen, sondern hat alle Möglichkeiten direkt in die allgemeinen Oberflächen integriert. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Suche nach aufschlussreichen Unterschieden im Traffic kann direkt aus den Reports erfolgen, ohne Umwege über Administratoren oder Zusatzanwendungen. - Intuitiv & anschaulich:
Die Definition der Kriterien erfolgt sehr einfach und klar. Aus dem Menu der möglichen Merkmale werden Filter einfach in das Feld reingezogen oder angeklickt. ‘Und’- und ‘Oder’-Verknüpfungen werden übersichtlich gruppiert und können verschieden angeordnet werden. Die Grösse der verbleibenden Gruppe zeigt sich in einer Balkendarstellung, so dass Irrwege mit Mini-Gruppen vermieden werden. - Schnell:
In der Live-Präsentation waren die Analysen unglaublich schnell. Ich habe mehrmals nachgefragt, ob dies nur Demo-Daten wären, irgendein privilegierter Zugang oder eine schmale Datenbasis, aber nein: Die Anwendung soll für alle Nutzer in dieser Geschwindigkeit möglich sein. Die beiden Nedstat-Chefs sehen auch keine Probleme mit grossen Datenmengen oder komplexen Filterfunktionen - das Vertrauen in die eigene Datenarchitektur ist sehr gross. Letztlich werden die Kunden von Nedstat eigene Erfahrungen machen. Rückmeldungen und Kommentare von Nutzern sind sehr willkommen. - Guter Funktionsumfang:
Für die Bildung der Segmente gibt es praktisch keine Beschränkung in der Komplexität. Inwieweit am Ende in der Praxis doch Grenzen in der Performance sichtbar werden, kann ich nicht beurteilen, aber zunächst gibt es kein Limit für die Anzahl der möglichen Filterverknüpfungen. Dazu ist es möglich, einzelne bereits definierte Segmente als Bausteine für weitere Gruppierungen zu nutzen. Damit ergibt sich eine sehr reiche Variationsbreite in der Arbeit.
Festgelegte Segmente können abgespeichert werden und entweder allen zur Verfügung gestellt werden oder geschützt bleiben. - Minus: Keine direkten Segment-Vergleiche
Hat man einmal verschiedene Gruppen festgelegt, will man diese eigentlich ganz gerne sofort im Vergleich miteinander sehen. Leider ist dies in der Sitestat-Oberfläche nur etwas umständlich möglich. Die einzelnen Auswertungen werden, wie gesagt, schnell ausgeführt, aber ein Hin- und Herklicken zwischen Segmenten oder die Anlage spezieller Reports ist natürlich etwas anderes, als eine direkte Integration in bestehende Tabellen und Auswertungen.
Insgesamt bietet Nedstat seinen Kunden - allen sofort und ohne zusätzliche Kosten - mit dem neuen Segmentierungstool ein mächtiges Werkzeug, um den eigenen Traffic besser zu verstehen und auf interessante Zielgruppen hin zu optimieren. Herzlichen Glückwunsch.
Coremetrics bereitet Börsengang vor
Laut einer Meldung der US-Zeitung Information Age (Link zur Meldung) vom 14. Juli bereitet Coremetrics seinen Börsengang für das nächste Jahr vor.
Coremetrics COO Shawn Farshchi berichtet in dem Text von dem grossen Wachstumspotential für WA-Anbieter (’Markt wächst schneller als der für Finanz- und CRM-Systeme’) und den Vorteilen gegenüber Omniture (’wir gewinnen 70% der Pitches gegen Omniture’).
Zweifellos würden die Einnahmen durch einen Börsengang Coremetrics zu einem ernsthaften Konkurrenten für Omniture machen, das bis heute den Markt - auch durch die mit dem Börsengang finanzierten Übernahmen - vollständig dominiert. Mitbewerber Webtrends hat den eigenen Börsengang zwar mehrfach angekündigt, aber bisher nicht vollzogen.
Während sich der Markt und die Unternehmen in den USA also weiterhin sehr dynamisch bewegen, treten europäische Unternehmen bis jetzt nur als Übernahmekandidaten und nicht als Übernehmer oder Börsenaspiranten hervor.
Coremetrics COO Shawn Farshchi berichtet in dem Text von dem grossen Wachstumspotential für WA-Anbieter (’Markt wächst schneller als der für Finanz- und CRM-Systeme’) und den Vorteilen gegenüber Omniture (’wir gewinnen 70% der Pitches gegen Omniture’).
Zweifellos würden die Einnahmen durch einen Börsengang Coremetrics zu einem ernsthaften Konkurrenten für Omniture machen, das bis heute den Markt - auch durch die mit dem Börsengang finanzierten Übernahmen - vollständig dominiert. Mitbewerber Webtrends hat den eigenen Börsengang zwar mehrfach angekündigt, aber bisher nicht vollzogen.
Während sich der Markt und die Unternehmen in den USA also weiterhin sehr dynamisch bewegen, treten europäische Unternehmen bis jetzt nur als Übernahmekandidaten und nicht als Übernehmer oder Börsenaspiranten hervor.









